Der 28.08.10: Es führt ein Weg nach nirgendwo……….
Nachdem der Wagen nahe Milders geparkt war ging es gegen 07:00 Uhr endlich los. Der Alpenexpress würde wieder rollen und wir waren heiß wie frisch verlegter Asphalt. Die Berge verlangten danach von uns vergewaltigt zu werden. Also ab ging die Post. Als erstes haben wir von Milders aus die Seducker Hochalm angesteuert. Hierbei handelt es sich um einen eigentlich recht gemütlichen Weg, wenn wir nicht unserer Linie treu geblieben wären. Bedeutet, wir haben uns auch bei dieser Tour am ersten Tag mal wieder gepflegt verlaufen. Ganz nach Benny Hill Manier (einige von Euch werden die Kultsendung noch kennen) ging es kreuz und quer durch die Landschaft. Dann, nach ca. 2 Stunden die Erlösung, dass Dach der Hochalm erschien am Firmament. Kurz die Frauen angerufen und berichtet, dass alles ok ist und dann flugs festgestellt, dass es sich nicht um die Alm handelt. Weiter ging der Spass. Quer Feld ein mit einer Steigung von gefühlten 99,9%. Egal, die aufkommenden Wolken, in denen wir jeden Moment zu verschwinden drohten, haben und „entschädigt“. Erreicht haben wir die Hochalm natürlich dennoch und gemacht haben wir es nur, um das Video letztlich spektakulärer erscheinen zu lassen. An der Hochalm gab es dann lecker Rührei, welches mit ein paar Litern Skiwasser runtergespült wurde.
Der weitere Weg zur Franz Senn Hütte war dann eher unspektakulär und die Ankunft erfolgte so gegen 13:00 Uhr. Es gab ein lecker Süppchen und während es sich alle anderen im mittlerweile strahlenden Sonnenschein gemütlich machten, ging es für uns weiter. Einige konnte es nicht fassen, aber wenigstens der Wirt der Seducker Hochalm hat bei der Schilderung unserer Tagesplanung fest an uns geglaubt. Er hat mit seiner Bergerfahrung aus tausenden von Jahren direkt gesehen, dass wir das Zeug zu einem solchen Höllenritt haben würden. Also ging es weiter Richtung Neue Regensburger Hütte.
Hier sollte der Weg dann langsam so richtig anstrengend werden. Rauf zum Schrimmennieder musste gekämpft werden und Christian lief „auf der Felge“. Fragen nach seinem Wohlbefinden wurden mit einen saftigen „lekko Pfanni“ beantwortet. Aber natürlich kamen wir hoch und haben ausgiebig gefeiert. Den Abstieg zur Hütte haben wir dann recht schnell gemacht und weiter ging es. Die Dresdner Hütte noch zu erreichen war letztlich natürlich utopisch, so dass unser sicherheitshalber mitgeführtes Notbiwak aufgeschlagen werden musste. Dann noch schnell eine Brotzeit, Christians feuerroten Nacken eincremen und Dennis langsam auseinander fallenden Schuhe begutachten. Wie würde es weitergehen? Würden wir den zweiten Tag schaffen?
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 Die Tour beginnt!
 Lecker Rührei mit Skiwasser
 Traumhafte Ausblicke
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Der 29.08.10: Der Monstermarsch und die Nacht des Grauens
Gegen 05:30 Uhr wurde aufgestanden und der Biwakplatz peinlich genau aufgeräumt. Wenn man schon so ein Notlager aufschlagen muss, dann sollte darauf geachtet werden, dass auch keinerlei Müll zurückbleibt. Danach ging es dann rauf auf unseren alten Freund, den Grabagrubennieder. Vor genau einem Jahr waren wie schonmal hier und der bedrohlich wirkende Aufstieg schien uns hämisch auszulachen. Vor dem Aufstieg schickte der Berg an der rechten Seite einen gepflegten Steinschlag runter, was uns nur noch mehr anspornte. Wir wollten auch diesmal Sieger sein. Also flugs das eiskalte Stahlseil gegriffen und los ging es. Meter für Meter haben wir uns hochgekämpft und wurden dabei von den Bergziegen angefeuert. „Rukes Brothers, Rukes Brothers“ schienen sie zu skandieren. Es war Stadionatmosphäre und wir liefen zur Höchstform auf, so dass wir kurze Zeit später oben waren. Ein herrliches Gefühl.....
Der weitere Weg war recht unspektakulär, bot uns allerdings wieder atemberaubende Ausblicke. Diese wurden weniger atemberaubend, als wir einen kleinen See erreichten. Dort haben wir mal ein wenig die Füße in das Wasser gehalten, bis wir Besuch von einem älteren Pärchen bekamen. Die Frau holte den Fotoapparat raus und der Herr sein Gemächt. Nackig ging es ins Wasser zum lustigen Planschen. Naja, jedem das Seine. Wäre es ein Club von Cheerleadern gewesen ok, aber so haben wir uns dann langsam wieder auf den Weg gemacht. Wir winkten noch kurz und der kleine Berti wehte lustig im Wind und zeigte uns den Weg zur Hütte (na Gott sei Dank kam nach dem See keine Steigung....).
Weiter ging es Richtung Dresdner Hütte und es sollte nochmal richtig anstrengend werden. Wir wollten anschließend noch zur nächsten Hütte und uns wurde klar, heute heißt es Zähne zusammen beissen. Als wir die ersten Italiener in Lackschuhen und High Heels gesehen haben war die Sache klar, Dresdner Hütte voraus. Hier wird es ein wenig touristischer, aber die Hütte ist schön, dass Personal sehr freundlich und das Schnitzel hat geschmeckt.
Die Knochen haben nun richtig weh getan und das „Satteln“ des Gepäcks nebst dem Losmarschieren wurden zur Herausforderung. Aber es ging weiter Richtung Sulzenau Hütte über das Peiljoch. Dieses erreichten wir auch recht zügig, aber Christian hatte zu kämpfen. Der Sack, der im Video am Peiljoch in der Ecke liegt, ist übrigens Christian. Der Abstieg war dann wieder recht unspektakulär. Zu erwähnen sind lediglich die 2 Damen, die uns im Laufschritt ohne Gepäck aber mit Walkingstöcken bewaffnet überholt haben. Beide haben beim vorbeilaufen so gerochen, als kämen sie gerade bei Douglas raus. Wieso waren die eigentlich nicht am See…….?
An der Hütte sind wir dann schnell vorbei gezogen, es sollte ja noch weiter zur nächsten gehen. Am Grünausee haben uns die Beine allerdings nicht weiter getragen. Es war zu gefährlich, mit den ermüdeten Knochen noch über den nächsten Gipfel zu robben. Also Notbiwak am See inklusive dortiger Katzenwäsche. Das Biwak war schnell aufgebaut und zügig schliefen wir ein.
Gegen 00:30 Uhr kam dann das Highlight der Tour. Dennis wurde wach und dachte, er hätte Sylvester verpasst. Der zweite Gedanke ging an das Paar vom See. Sind Sie uns gefolgt und machen nun auch an diesem See Aufnahmem mit Blitzlicht? Ein Blick nach draussen brachte Gewissheit, es war nur ein Gewitter, welches sich mit „grossen Schritten“ näherte. Bei jedem Blitz war es taghell, aber Donner war Gott sei Dank noch nicht zu hören. Also kurzerhand Christian geweckt und ein wenig Panik verbreitet. Das Adrenalin schoss uns in die Adern und wie zwei Duracell Hasen bauten wir das Lager ab. Wir arbeiteten Hand in Hand, Männer im Kampf gegen die Natur, Präzision wie ein Schweizer Uhrwerk, gestählte Körper am Berg…….und die Hosen bis zum Anschlag voll. Nachdem alles abgebaut war, ging es per Taschenlampe im Laufschritt zur Sulzenau Hütte. Angesetzt war laut Schild eine Stunde, nach einer halben waren wir da. Das Gewitter war mittlerweile fast da. Überall um uns herum tobten die Naturgewalten und wir meinen, Petrus persönlich lachend am Firmament erblickt zu haben. Lustig sah es aus, wie die Blitze im 10 Meter entfernten Blitzableiter der Hütte eingeschlagen sind.
An der Hütte haben wir uns dann erstmal untergestellt. Regen kam noch keiner auf, so dass wir uns entschieden haben, den Abstieg per Taschenlampe zu machen. Wenn wir schon nicht die komplette Runde schaffen würden, dann musste wenigstens irgendeine andere verwegene Situation an den Start gebraucht werden. Also ab nach unten. Den Abstieg haben wir dann bei Nacht mit Taschenlampe in der vorgegebenen Zeit geschafft. Unten angekommen sollte allerdings der erste Bus Richtung Auto in 4 Stunden gehen. Das hat Christian nicht wirklich amüsiert. Warten ist allerdings auch nichts für Kerle wie uns. Also los und im Tal 10 Kilometer zur nächsten Ortschaft, ab der ein Bus für den Berufsverkehr bereits früher unterwegs war. Leider hatte Christian eine falsche Unterhose an (die, die zum Schlafen gedacht war), so dass er mit einem gewissen "Wolf" Bekanntschaft machte. Aber er hat durchgezogen und das muss ihm hoch angerechnet werden. Insbesondere, weil er während des ganzen Weges ein bestimmtes Körperteil hochhalten musste um die Reibung zu verringern.
Nachdem der Busfahrer uns unser bisheriges Pensum vom Morgen nicht so richtig abnehmen wollte, ging es Richtung Milders. Dort wartete bereits K.I.T.T. auf uns. Also ab zum nächsten Billa Markt, Verpflegung eingekauft und los ging es nach Solingen. Eine spektakuläre Tour fand ihr Ende. Wir wurden wirklich gefordert, aber es hat Spass gemacht.
Letztlich blieben wir aber unbefriedigt. Wir hatten die Runde nicht geschafft. Daher also die Nachricht, die Österreich wohl in Angst und Schrecken versetzen wird. Wir werden 2012 wahrscheinlich wieder kommen. Mit leichtem Gepäck werden wir versuchen, die Runde in 3 Tagen zu machen (sowas nennt man aktuell wohl Speed Hiking). Interessenten zum Mitgehen können sich gerne bei uns bewerben. Bitte mit Foto, wegen der Stelle am See………
…und zum guten Schluss…..
Danken wir unseren Sponsoren:
- Aspirin Alpin
- Ibuprofen 1000
- Guantanamo Bay
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 Rund um den Grabagrubennieder




 Der Grünausee

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